Beispiel 1:

Letztlich besuchte MP Sellering den Rostocker Zoo und sagte rund 9 Mio. € Fördermittel für das Zoo-Neubauprojekt „Polarium“ zu. Das Geld ist, anders als beim Volkstheater, nicht an Bedingungen geknüpft, etwa an die Abschaffung von Tieren, Gehegeverkleinerungen oder Mitarbeiterentlassungen… Auch die Stadt Rostock darf ihre 10 % Eigenanteil ausgeben – immerhin 1 Mio. €! Obwohl der Innenminister M-V ansonsten jede zusätzliche Ausgabe mit Hinweis auf den unverzichtbaren Schuldenabbau verbietet.

Beispiel 2:

Die Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH baut eine neue Kaikante. Die kostet rund 6 Mio. €, 72 % davon gibt die Landesregierung dazu. Öffentliche Gelder als Geschenk an eine Privatfirma. Da muss ja richtig viel Geld im Landeshaushalt übrig sein!

Beispiel 3:

Die so klamme Hansestadt Rostock will nun auch – und ganz schnell! – das Petritor wieder aufbauen, dass 1960 wegen seiner Bombenschäden und des zu hohen Aufwandes bei der Wiederherstellung abgerissen worden war. „Hinter den Kulissen laufen seit Monaten die Planungen für den Neuaufbau.“

Dazu zwei Leserbriefe:

Uwe Schröder:

Herr Methling sollte lieber erst den Grundstein für das Theater legen, das ja auch 2018 fertig sein soll!

B. Raabe:

Wenn man diesen Artikel liest, ist man zuerst voll der Freude, darüber, dass seiner Heimatstadt ein altes Symbol zum 800. Geburtstag wieder geschenkt werden soll.

Für mich persönlich würde nur ein Wiederaufbau im alten Stil Sinn machen, falls es tatsächlich um die Stadtsilhouette gehen sollte (oder zumindest daran angelehnt).

Dass jedoch auch wieder „Kaufmannshäuser“ mit auferstehen sollen, hat mich dann beim Lesen des Artikels hingehend ernüchtert. Da wird doch wieder einmal hochpreisiger Wohnraum geplant! Die Bauflächen in der Stadt sind mehr als knapp – kaum noch was da, was man mit seelenlosen Glaskästen zupflastern kann, denen nur die dahinter stehenden historischen Bauten eine Adresse geben…

Darum ist dieser Plan auch wieder aus der Versenkung aufgetaucht und wird uns Bürgern als Geburtstagsgeschenk an unsere Stadt verkauft. Vielen Dank an das Rathaus.

Aber was sind schon diese Peanuts gegen den Kauf einer Regierung, wie es gerade auf Bundesebene geschah! Und so billig eingekauft, wenn man es beispielsweise mit den erhöhten Militäraufwendungen vergleicht

Es ist ja auch nur eine kurze Zeitungsnotiz in der OZ vom 16./17.06.2016, Seite 5 (auf der OZ-Internetseite nicht zu finden):

„Nach finanziellen Zusagen Deutschlands ist der Stillstand bei der Annäherung Bosnien-Herzegowinas an die EU überwunden. Das dreiköpfige Staatspräsidium des kleinen Balkanlandes gab … seine Zutimmung zum Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen… Berlin werde die durch das Abkommen erewarteten Verluste in der Landwirtschaft ausgleichen, die zwischen 30 und 110 Millionen Euro im Jahr liegen.“ Aus welcher schwarzen Kasse kommen denn diese 30…110 Mio. €  jährlich???

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